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Influencer fragt nach Gratis-Essen: annehmen oder ablehnen?

05. August 2026·4 Minuten Lesezeit·CreatorCard Redaktion

Sagen Sie zu, wenn die Reichweite lokal ist, der Absender konkret benennt, was er liefert, und Sie den Anlass selbst bestimmen können. Sagen Sie ab, wenn die Anfrage aus einer Vorlage besteht, die Followerzahl das einzige Argument ist oder kein Termin genannt wird. Alles andere ist eine Frage des Bauchgefühls — und das liegt in diesem Fall meistens richtig.

Chatverlauf: Eine Influencerin bittet ein Restaurant um ein Gratis-Essen im Austausch für eine Instagram-Story, das Restaurant antwortet zurückhaltend.
Content, der bei einem Besuch in Köln entstanden ist

Dieser Artikel gibt Ihnen einen Ablauf an die Hand, damit Sie nicht bei jeder Nachricht neu überlegen müssen. Inklusive zwei Textvorlagen, die Sie kopieren können.

Warum diese Nachrichten mehr werden

Jeder Betrieb mit einem gepflegten Instagram-Konto bekommt sie: Jemand bietet einen Beitrag oder eine Story an und möchte dafür kostenlos essen. Manche dieser Anfragen sind ernst gemeint und gut vorbereitet. Viele sind eine Vorlage, die an zweihundert Lokale gleichzeitig verschickt wurde.

Dass es zunimmt, hat einen einfachen Grund: Der Aufwand für den Absender liegt bei nahezu null. Für Sie liegt er nicht bei null — Sie geben Ware heraus, binden Personal und tragen das Risiko, dass nichts dabei herauskommt.

Einzelne Betriebe sind deshalb dazu übergegangen, solche Anfragen öffentlich abzuweisen. Ein Restaurant führte eine Regel ein, nach der für jede Mahlzeit an einen Influencer eine bedürftige Person eine gleichwertige Mahlzeit erhält. Angenommen hat dieses Angebot bisher niemand.

Das ist unterhaltsam, hilft im Alltag aber wenig. Die praktische Frage bleibt: Wie unterscheiden Sie in einer Minute die eine gute Anfrage von den zwanzig belanglosen?

Die drei Fragen, die eine Anfrage entscheiden

Erstens: Wo wohnen die Follower? Zwanzigtausend Follower aus ganz Deutschland nützen einem Lokal in Köln nichts. Entscheidend ist, wie viele davon realistischerweise bei Ihnen vorbeikommen können. Ein Blick auf die letzten Beiträge genügt meist — sind dort Orte aus Ihrer Stadt zu sehen?

Zweitens: Was genau wird zugesagt? Eine seriöse Anfrage nennt Format, Anzahl und Zeitraum. „Ich poste dann was" ist keine Zusage, sondern eine Absichtserklärung.

Drittens: Wer bestimmt den Anlass? Wenn Sie Ihr neues Mittagsangebot bewerben wollen, der Absender aber ohnehin nur ein Foto vom Teller macht, gehen Ihre Interessen auseinander. Bei einer guten Zusammenarbeit sagen Sie, worum es geht.

Woran Sie eine unseriöse Anfrage erkennen

  • Die Nachricht enthält Ihren Betriebsnamen nicht oder falsch geschrieben.
  • Die Followerzahl ist das einzige Argument.
  • Es wird kein Termin vorgeschlagen.
  • Es ist von „Sichtbarkeit" die Rede, aber nicht von einem konkreten Beitrag.
  • Die Anfrage kommt für zwei Personen, obwohl nur eine Reichweite hat.
  • Auf Rückfragen kommt keine Antwort.

Die letzte ist die verlässlichste. Eine einzige Rückfrage sortiert die meisten Anfragen von selbst aus.

Wenn Sie absagen möchten

Eine Absage kostet nichts und sollte freundlich bleiben — der Absender von heute ist in zwei Jahren vielleicht relevant. Diese Vorlage können Sie kopieren:

Hallo [Name], danke für deine Nachricht und dein Interesse an uns. Wir arbeiten mit Influencer-Kooperationen aktuell nur in festen Aktionen und vergeben keine Einzelanfragen. Melde dich gerne wieder, wenn wir das nächste Mal etwas planen — dann schauen wir es uns an.

Viele Grüße

Kurz, ohne Rechtfertigung, ohne Tür zuschlagen.

Wenn Sie zusagen möchten

Dann legen Sie vorher drei Dinge schriftlich fest, und zwar in derselben Nachricht, in der Sie zusagen:

Was Sie stellen. Ein Betrag oder konkrete Gerichte, nicht „was du möchtest". Ein gedeckelter Warenwert schützt Sie vor Überraschungen.

Was Sie bekommen. Format, Anzahl, Zeitraum. Zum Beispiel zwei Stories am Tag des Besuchs, mit Markierung Ihres Kontos.

Worum es geht. Der Anlass. Neue Karte, Event, zweiter Standort, Mittagsangebot. Ohne diese Vorgabe entsteht ein beliebiges Foto statt einer Botschaft.

Diese Vorlage deckt alles drei ab:

Hallo [Name], das passt bei uns. Unser Vorschlag: Du kommst am [Datum], wir laden dich auf [Gericht/Betrag] ein. Dafür zwei Stories am selben Tag mit Markierung von [@Konto]. Aktuell möchten wir gerne [Anlass] hervorheben — magst du das einbauen?

Sag kurz Bescheid, dann reservieren wir.

Der Aufwand ist das eigentliche Problem

Rechnen Sie einmal nach, wie viel Zeit im Monat für Sichten, Antworten, Abstimmen und Nachfassen draufgeht. Bei zwanzig Anfragen und fünf Minuten pro Stück sind das knapp zwei Stunden — für zwei oder drei Zusammenarbeiten, deren Ergebnis Sie vorher nicht kennen.

Das ist der Grund, warum viele Betriebe irgendwann pauschal ablehnen. Nicht weil Influencer-Marketing nicht funktioniert, sondern weil der ungeordnete Weg dorthin zu teuer ist.

Die geordnete Alternative

Es gibt einen Mittelweg zwischen „alles ablehnen" und „jede Nachricht einzeln prüfen": feste Bedingungen, die einmal hinterlegt werden, und Influencer, die sich darauf bewerben — statt umgekehrt.

Genau so funktioniert CreatorCard. Sie legen fest, was Sie geben und was erwähnt werden soll. Influencer aus Ihrer Stadt buchen es sich selbst, kommen vorbei und posten. Abgerechnet wird pro Besuch, ohne monatliche Kosten. Anfragen sichten müssen Sie nicht mehr.

Mehr zu den Kosten pro Besuch lesen Sie im Artikel Was kostet Influencer Marketing für ein Restaurant?. Wie das für Kölner Betriebe konkret aussieht, zeigen wir auf der Seite für Influencer Marketing in Köln.

Passt das zu Ihrem Betrieb?

Zwei Wege, je nachdem wie weit Sie sind.

Quellen und weiterführend

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